Eine Reise geht zu Ende

Zwei Jahre ist es nun her, dass ich eine Teach First Deutschland Fellow geworden bin. 1 3/4 Jahre lebe ich nun in Hamburg und so viel ist seit dem passiert.

Ich bin unsagbar dankbar für die Zeit in Hamburg und an der katholischen Bonifatiusschule, welche nun zu Ende ist. Für mich war es eine wunderbare, spannende, anstrengende, erfüllende, abenteuerliche Reise. Es war eine Reise, auf der ich mutig war, aus meiner Komfortzone herausgetreten bin, mich ausprobiert habe, begeistert war, Fehler gemacht habe und vor allem einzigartige Begegnungen mit großen und kleinen Menschen hatte. Es ist ein wundervolles Gefühl, mit dem ich gehe: Ich habe eine Berufung gefunden (denn ich habe glaube ich mehrere), wurde gesehen, konnte mich entfalten, habe viel Wertschätzung erfahren und habe viel auf meiner Reise über andere Menschen und mich selber gelernt.

Gerade habe ich mir die Videos angeschaut, welche mir zum Abschied geschenkt wurden: Lauter schöne kurze Clips, in denen SchülerInnen und Erwachse aus der Schule mir kleine Botschaften hinterlassen haben. Ich bin so gerührt.

Von SchülerInnen selber zu hören, dass ich für sie mehr als eine Lehrerin war, vielmehr eine Freundin, dass ich ihre Potentiale herausgeholt habe, dass ich immer für sie da war, dass ich ihnen gezeigt habe, was Engagement bedeutet und sie damit angesteckt habe, dass ich so viel in der Schule verändert habe, dass sie nicht wissen, was sie ohne mich machen sollen und mich vermissen werden…berührt mich unglaublich. Es ist für mich gerade schwer zu fassen, wie groß die Spuren anscheinend sind, welche ich hinterlassen habe. Aber anscheinend sind sie das tatsächlich.

Heute ist mir folgendes durch den Kopf geschossen:

Manchmal bedarf es einen Abschied vom Weg, damit man seine eigenen Spuren sehen kann und von anderen auf diese aufmerksam gemacht wird.

Von langjährigen und wunderbaren Lehrkräften zu hören, dass ich sie inspiriert habe und dass sie von mir lernen konnten berührt und ehrt mich ebenso.

Ich bin so froh, diesen Weg gegangen zu sein. Ich bedanke mich ganz herzlich bei all denjenigen, die mich auf dieser Reise begleitet haben: Allen Menschen an der Schule, die an mich geglaubt haben, mir Vertraut haben und mein Wesen gesehen und erkannt haben. Danke an meine SchülerInnen, die sich auf mich und meine Ideen (meistens ;-)) eingelassen haben. Ihr seid toll! Neben der Schule wurde ich auch von meinen FreundInnen, vor allem meine Teach First Fellow FreundInnen, hier in Hamburg bereichert. Es ist so viel wert, an einer gemeinsamen Sache zu arbeiten und sich gegenseitig Mut zu machen. Was für eine Erfahrung! Was für eine Zeit!

Was ich in den letzten 2 Jahren gelernt habe ist unfassbar viel. Ich versuche mal, ein paar Dinge fest zu halten:

  • Mein Mut Veränderungen herbeizuführen, die ich mir im Herzen wünsche, lohnt sich.
  • Manchmal muss man alles loslassen, beenden und die Zelte abbrechen, damit sich neue und wichtige Türen öffnen können.
  • Ich kann meinem inneren Bauchgefühl vertrauen.
  • Ich kann vieles schaffen, was ich mir vorgenommen habe.
  • Ich liebe es, um Team mit Gleichgesinnten zu arbeiten und möchte keine Einzelkämpferin sein.
  • Lernen durch Erfahrungen begeistert mich.
  • Projektarbeit ist meine Leidenschaft und ich kann es auch noch gut.
  • Ich habe ein unglaublich großes Durchhaltevermögen.
  • Ich muss immer noch lernen, Prioritäten zu setzen und nicht zu viele Dinge auf einmal zu wollen.
  • Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir.
  • Ich habe anscheinend wirklich die Fähigkeit, Potentiale von Menschen herauszukitzeln.
  • Ich kann stolz auf mich sein.
  • Fehler zu machen ist nicht dramatisch.
  • Ich komme mit meinen Problemen auch ganz gut alleine zurecht.
  • Ich dachte immer ich wäre konsequent – meine SchülerInnen haben mich eines Besseren belehrt. 😉
  • Ich brauche ganz viel Freiheit aber auch einen gewissen Grad an Struktur.
  • Und vor allem: Ich muss doch kein anderer sein. Ich kann einfach ich sein. 🙂

Ein paar Zitate möchte ich mit euch teilen, welche mir bei einer online Umfrage für eines meiner Projekte geschrieben wurde (Ich lasse mal die Schülersprache ;-)):

DANKE FRAU MERCKS!!! Ich werde sie nie vergessen und immer einen platz in mein leben haben lassen da sie so geduldig mit uns waren auch wenn wir es nicht verdient hatten. Zudem haben sie mir geholfen einen Schritt weiter in meine Zukunft zu machen. Sie haben sich zeit für uns genommen die kein anderer uns opfern würde das weiß ich sehr zu schätzen! Später wenn ich irgendwann mal kinder habe werde ich meinen kindern von ihnen, ihrer gedult, ihrem engagement, ihre zeit und guten taten erzählen damit sie sich ein Großes vorbild an sich nehmen!!!

Sie ist die beste! Sie können das Potenzial aus den Schülern rausholen & mit ihr macht es Spaß neues zu lernen sie hätte nur manchmal besser organisiert sein können, aber das ist auch das einzige negative.

Folgt eurem innerem Bauchgefühl! Macht euch auf die Reise! Habt keine Angst vor Veränderungen!

Auf geht es…zur nächsten Abenteuerreise.

Eure Veronika

(187) Saturday 7.5. - exCHANGE 2016

 

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2 Gedanken zu “Eine Reise geht zu Ende

  1. Schöner Blog! Dirkekt gespeichert. Ich freue mich mit dir unterwegs zu sein und bin gespannt auf deine Reise.
    Diesen Post finde ich sehr berührend. Danke dafür.

    Gefällt mir

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