Ich

Unbenannt 6Mein Name ist Veronika Mercks und ich bin am 26.1.1988 in Berlin geboren. Mein Vater ist Arzt, meine Mutter ist Lehrerin. Ich bin behütet aufgewachsen und mir wurde unsagbar viel durch meine Familie ermöglicht. Ich war stets strebsam in der Schule, habe verschiedene Fremdsprachen gelernt, war mit 15 in den USA für mehrere Monate, habe ein gutes Abitur über die Bühne gebracht, Praktika, einen Bachelor in Public Management und einen Master in Interkultureller Kommunikation absolviert, kann einige Auslandserfahrungen vorweisen und habe eigentlich so gut wie immer alles so gemacht, wie es die Gesellschaft von mir erwartet hat.

So einfach ist das nicht. So wirklich glücklich bin ich mit diesem auf dem ersten Blick „gradlinigem Weg“ nicht geworden. Und den roten Faden in meinem Leben – zu mir selber und zu meiner Berufung habe ich auch erst seit circa 2,5 Jahren so richtig finden können und dies ganz bestimmt nicht in erster Linie durch das klassische Bildungssystem.

Wer bin ich heute? Eine passionierte Bildungsinnovatorin, eine Reiseabenteurerin, eine neugierige Sammlerin von Wissen, eine Potentialentfalterin, eine Initiatorin und Verantwortungsunternehmerin sowie eine Erlebnis- und Erfahrungsraumschaffende. Diese (meine!) Kompetenzen wurden mir durch ein wunderbares Coaching vor zwei Jahren das erste Mal vor Augen geführt. Im Anschluss geschah etwas, was ich mir bereits Monate vorher auf meinen Zielplan geschrieben hatte: „Eines Tages für eine Weile an einer Schule arbeiten“. Das dies ohne eine pädagogische Ausbildung eines Tages für mich möglich sein sollte hätte ich damals nicht gedacht. Ich begann im Herbst 2014 als so genannte „Teach First Fellow“ an einer Hamburger Schule zu arbeiten und habe seitdem dort die großartige Möglichkeit, Bildung und Lernen mitzugestalten. Endlich hatte ich einen Raum bzw. einen Job gefunden, in dem ich mich entfalten kann, in dem meine Kompetenzen angebracht werden können. In dieser Zeit habe ich mich auch persönlich sehr weiterentwickelt und einige Dinge in meinem Leben verändert und ausprobiert. Ich habe mein Bild von dem, was Bildung und Lernen für mich bedeutet, weiter entwickeln können. Ich kann zudem mit Stolz sagen, noch nie in meinem Leben so sehr bei mir selber angekommen zu sein wie jetzt.

Bis zu dem Punkt, an dem ich jetzt stehe war es ein längerer Weg: zu mir selber und zum klaren Sehen meiner Berufung und meiner Persönlichkeit. Es war ein teils sehr steiniger und frustrierender Weg mit den unterschiedlichsten ausbildungs- weiterbildungs- und jobbezogenen Stationen. Ich lernte viel, hatte aber auch sehr viele unbefriedigende Phasen, in denen ich immer wieder spürte, dass mich das klassische Bildungssystem nicht wirklich auf mein Leben und wie ich eigentlich meine Berufung und mich selber finde, vorbereitet hat. Ich arbeitete zwar in einem Bereich, der mich interessierte, nicht jedoch wirklich in einem Job, der mich erfüllte und in dem sich mein Potential entfalten konnte. Im Laufe der Jahre wuchs somit meine Passion für Bildung fernab des klassischen Bildungssystems. Ich entdeckte meine Leidenschaft für das Lernen durch Erfahren, beschäftigte mich mit verschiedenen Bildungsansätzen, bewegte mich in Menschenkreisen, die ähnlich dachten wie ich, entwickelte Ideen und Konzepte, wie Bildung noch aussehen könnte. Zudem gründete ich während meines Bachelorstudiums gemeinsam mit anderen Studierenden die Bildungsinitiative „Studenteninitiative Weitblick Berlin e.V.“. In diesem Kontext konnte ich sehr viel praktische Erfahrungen im Vereinsmanagement machen und vielfältige Bildungsveranstaltung- und Aktionen ins Leben rufen.

Rückblickend habe ich vor allem in Momenten und Situationen gelernt, in denen ich Dinge erleben, in denen ich reisen, über den Tellerrand schauen, ausprobieren konnte, ich meine persönliche Komfortzone verlassen habe, mir Menschen begegnet sind, ich mutig war, Dinge gewagt habe und ich genau das getan habe, was meinen Bedürfnissen entsprach. Genau diese Momente und Situationen haben mich im Leben weitergebracht, durch sie bin ich gewachsen und dank ihnen bin ich immer näher bei mir selber angekommen. Durch sie konnte ich letztlich meinen roten Faden im Leben zu sehen. Sie ermöglichen meiner Meinung nach die Lernerfahrungen, die unsere Gesellschaft und ihre Menschen wirklich weiterbringen.

Das Reisen ist für mich persönlich sehr eng mit großartigen Lernerfahrungen und dem Thema Lernen an sich verknüpft. Es ist, so wie das Thema Bildung, eine meiner größten Leidenschaften. Es ist mein Weg zu mir selber und ein Zugang zur Welt. Reisen fasziniert mich und begleitet mich nun sehr intensiv seit mehreren Jahren. Neben meinen Auslandsaufenthalten in den USA, Frankreich, England, Spanien und Burkina Faso habe ich inzwischen knapp 50 Länder weltweit bereist, die meisten davon als Backpackerin. Für meine Masterarbeit bin ich drei Monate nach Südamerika gereist, um die Relevanz von Backpacking für den interkulturellen Austausch zu erforschen. Ich würde behaupten ohne meine Reisen bei weitem nicht der Mensch zu sein, der ich heute bin. Ich bin an meinen Reisen gewachsen und habe viele Dinge über das Leben und die Welt gelernt, die ich auf meinem klassischen Bildungsweg nicht so wirklich lernen konnte.

Auf Grund meiner großen Passionen: Bildung und das Reisen kam ich zu dem Entschluss diese beiden Dinge zu vereinen. Die Idee zum Buch „reisend lernen“ war geboren.

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Ein Gedanke zu “Ich

  1. Liebe Veronika,
    Das wusste schon Goethe…
    Dennoch, ich gratuliere dir zu der Einsicht…
    Man kann sich leisten, was man kann. Freue dich!!!
    Wir haben das unseren Kindern auch ermöglicht und sind stolz darauf! Gerade bzw weil ich es nicht hatte finde ich es so wichtig!!!
    Ein klitzekleines bisschen Neid- ich bin ehrlich- ist ein bisschen dabei… Zum Glück kann ich immer noch viel nachholen…
    Liebste Grüße Christina

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